Weniger Verbrechen in Niedersachsen – Sechs von zehn Fällen gelöst

15. Februar 2012 - 17:23

Die Wahrscheinlichkeit, in Niedersachsen Opfer eines Verbrechens zu
werden, ist wieder geringer geworden. Die Polizei konnte sechs von
zehn Fällen lösen. Bezahlt macht sich eine bessere Schulung und
Ausrüstung der Beamten. Auch Prävention hilft.

Hannover (dpa/lni) – Die Zahl der Verbrechen in Niedersachsen hat
im vergangenen Jahr spürbar abgenommen. Vor allem bei schweren
Diebstählen und Wohnungseinbrüchen gab es weniger Fälle und eine
höhere Aufklärungsquote, sagte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) bei
der Vorlage der Kriminalitätsstatistik 2011 am Mittwoch in Hannover.
Ähnlich wie im Vorjahr wurden etwa sechs von zehn Straftaten
aufgeklärt. Der Minister lobte die “hervorragende Polizeiarbeit”.
Niedersachsen sei sicherer geworden, was auch für Unternehmen bei der
Neuansiedlung von Interesse sei. Bundesweit rangiere Niedersachsen
bei der Bekämpfung der Kriminalität im Spitzenfeld.

Bezahlt machen sich nach Angaben des Ministers gezielte
Kontrollen, die Schulung der Beamten sowie die Investition in
modernste Methoden der Spurensicherung. “Gerade in den Bereichen, wo
das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung berührt ist, haben wir
besonders hingeschaut.” Auf regional steigende Einbruchszahlen habe
die Polizei mit einer größeren Präsenz vor Ort und auch der Kontrolle
von Autos erfolgreich reagiert. Ebenso hätten sich
Präventionsanstrengungen ausgezahlt. Bei Taschendiebstählen, auf die
sich oft organisierte Banden bei Festen oder Konzerten
spezialisierten, habe es die Polizei jedoch schwerer – oft könne nur
jeder zehnte Fall geklärt werden.

Die Gesamtzahl der Straftaten in Niedersachsen sank im vergangenen
Jahr um 5,2 Prozent auf 552 257. Die Aufklärungsquote ging
geringfügig von 62,91 Prozent auf 61,42 Prozent zurück. Nahezu
unverändert blieben die Zahlen bei Mord und Totschlag, 385 Menschen
kamen in Niedersachsen im vergangenen Jahr gewaltsam ums Leben. In
nahezu allen Fällen konnte der Täter ermittelt werden. Auf dem
Vorjahresniveau blieb die Zahl der Sexualverbrechen, wobei mehr Fälle
sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt wurden. Das
Innenministerium machte dafür auch die verstärkte Anzeigebereitschaft
verantwortlich, teils handele es sich um länger zurückliegende Fälle.

Einen rückläufigen Trend verzeichnete die Polizei bei der Kinder-
und Jugendkriminalität, sowohl die Zahl der Verdächtigen als auch die
Zahl der Straftaten waren rückläufig. Ein leichtes Plus gab es bei
der Zahl ausländischer Straftäter. In dem in den Vorjahren stark
angewachsenen Bereich der Internetkriminalität gingen die Fallzahlen
erstmals leicht zurück. Allerdings sei von einem hohen Dunkelfeld
auszugehen, erklärte das Ministerium. Dies betreffe auch die
Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet, wo die
Aufklärungsquote erneut absackte. Der Innenminister führte dies auch
auf die fehlende Möglichkeit der Speicherung von Computerdaten für
die Ermittlungen der Polizei zurück, das heißt die umstrittene
Vorratsdatenspeicherung.

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